Leserbriefe

Die Hälfte aller Kärntner lernt seit dem Wahlsonntag einen andern Dialekt, um so schnell wie möglich unerkannt in ein anderes Bundesland abzuwandern. Vielleicht gibt uns ja die Steiermark politisches Asyl. Der Grund: Geistige und politische Armut im Heimatland, ganz unter dem Motto „Hilfe ich bin ein denkender Kärntner, holt mich hier raus!“. Jeder Zweite hat sie gewählt, doch will es keiner zugeben. Fatale politische Fehler werden komplett ignoriert, sodass man mit pseudo-rebellenhaftem Verhalten und dem Kärntneranzug sowie Zitaten vom alten Landeshauptmann trotzdem Wahlsieger werden kann. „Kärnten is lei ans“, nämlich einfältig und naiv, wenn ich den Spruch vollenden dürfte. Man muss sich leider schon wirklich genieren, wenn man als Kärntner ein ein anderes Bundesland fährt und man darf sich nicht wundern, wenn man als „rechtes Bauernvolk“ beschimpft wird, denn jedes Volk bekommt die Regierung, die es auch verdient.

S. M. Villach

Das ist ein Leserbrief aus der Zeitung „Woche“. Mich erstaunt ja, dass in einem kärntner Medium noch solche Leserbriefe abgedruckt werden, alle Achtung. Allerdings hat der liebe Mann doch ein bisschen übertrieben. Immerhin hat die Mehrheit die orange Truppe nicht gewählt, es fehlt zwar nicht mehr viel bis zur Hälfte, aber es sind noch immer mehr als die Hälfte, die diesen Abenteurern nicht ihre Stimme gegeben haben. Ich verstehe auch nicht, warum man sich in einem anderen Bundesland für Kärnten genieren muss, oder soll? Das klingt ja nach Sippenhaftung. Wenn man also als „rechtes Bauernvolk“ beschimpft wird, so ist der Beschimpfer einen Schass besser, als die, die er beschimpfen will. Genau dies ist das Problem. Es ist auch jeder Kärntner, der diesen Haufen nicht gewählt hat, sich aber für Kärnten im Ausland geniert, ein Trottel. Wie kommt ein einzelner, oder eine Gruppe dazu, sich für andere zu genieren? Das ist genau so reaktionär wie die Gegenseite.

Also liebe Kärntner Mehrheit, bitte nicht genieren, seids stolz auf euch, dass ihr die nicht gewählt habts und bleibts im Land, denn sonst hat der Pöbel wirklich einmal die Mehrheit. Wir brauchen kein politisches Asyl, nur weil bei uns besonders viel unappetitliche Rassisten herumrennen, die sind immer noch in der Minderheit!


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