Thomas Bernhard

Professor Robert: …….aber was diese Leute aus Österreich gemacht haben ist unbeschreiblich

eine geist- und kulturlose Kloake

die in ganz Europa ihren penetranten Gestank verbreitet

und nicht nur in Europa

dieser größenwahnsinnige Republikanismus

und dieser größenwahnsinnige Sozialismus

der mir Sozialismus schon seit einem halben Jahrhundert nichts mehr zu tun hat

was die Sozialisten hier in Österreich aufführen ist ja nichts als verbrecherisch

aber die Sozialisten sind ja keine Sozialisten mehr

die Sozialisten heute sind im Grunde nichts anderes als katholische Nationalsozialisten

die Sozialismus haben die österreichischen Sozialisten

schon in den frühen fünfziger Jahren umgebracht

seither gibt es in Österreich keinen Sozialismus mehr

nur noch diesen ekelerregenden Pseudosozialismus

vor welchem einem jeden Tag schon in der Frühe der Appetit vergeht

diese sogenannten Sozialisten haben ja diesen neuen Nationalsozialismus möglich gemacht

sie haben ihn nicht nur wieder möglich gemacht

sie haben ihn heraufbeschworen

diese sogenannten Sozialisten die schon ein halbes Jahrhundert keine Sozialisten mehr sind

sind ja die eigentlichen Totengräber dieses Österreich

das ist ja das Erschreckende und tagtäglich Ekelhafte

die Sozialisten sind heute die Ausbeuter

die Sozialisten haben Österreich auf dem Gewissen

die Sozialisten sind die Totengräber dieses Staates

die Sozialisten sind heute die Kapitalisten

die Sozialisten die keine Sozialisten sind

sind die eigentlichen Verbrecher an diesem Staat

dagegen ist ja dieses katholische Gesindel geradezu unerheblich

Wenn es heute in Österreich wieder fast nur Nationalsozialisten gibt

so sind daran nur die Sozialisten schuld

Wenn Österreich heute ein so heruntergekommenes Volk

und ein so unansehnliches durch und durch verderbtes Land ist

so verdanken wir das diesen feisten und fetten Pseudosozialisten

pseudosozialistische Perfidie als Demokratie das ist es

Das Wort Sozialismus ist in meinem Ohren schon längst ein widerwärtiges Schimpfwort

Aus: Heldenplatz von Thomas Bernhard

Heute ist der zwanzigste Todestag von Thomas Bernhard, da drängeln sich unglaublich viele Arschlöcher um zu erklären, warum er Österreich ja doch geliebt hat. Was da für Statements hirngewichst werden ist wahnwitzig. Man sagt: „Um in Österreich was zu werden, muss man erst einmal sterben“. Um sich in Österreich nicht mehr wehren zu können muss man auch einmal sterben.

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