„Kritiknetz“ Der heisse und der kalte Krieg gegen die Juden

 

Was aber ist „verhältnismäßig“ gegen 

einen Feind, der mich vernichten will und nicht aufhören wird, bevor er dieses sein Werk, das 

er für „das Werk des Herrn“ (Adolf Hitler) und den „heiligen Krieg“ hält?  Was ist das ge- 

rechte quid pro quo“ Die Antwort darauf müsste sein: den Feind zu vernichten. Vernichtungs- 

androhung gegen Vernichtungsandrohung, Vernichtung gegen Vernichtung. Am besten aber 

ist es, der Drohung zuvorzukommen und dadurch der Vernichtung zu entgehen, indem man 

das Regime, das mit seinem Vernichtungswerk nicht aufhören kann, vernichtet. Das ent- 

spräche der bürgerlichen Logik des Äquivalententausches, dem Anspruch, dass Wertgleiches 

mit Wertgleichem zu tauschen sei.  

Israel jedoch hat nie nach dieser bürgerlichen Maxime gehandelt. Es hat die Vernichtungsdro- 

hungen seiner Feinde nie mit Vernichtungsdrohungen beantwortet. Nie hat es den palästinen- 

sischen Arabern mit der Vertreibung ins Meer, mit der Endlösung, mit der Entfernung aus der 

Geschichte gedroht und wenn der Feind – wie Hamas und Hisbollah  – seine Raketen und 

andere Waffen absichtlich auf Zivilisten, Schulen, Kindergärten, öffentliche Einrichtungen – 

richtet, um möglichst viele Juden umzubringen, so tut die israelische Armee nichts der- 

gleichen, sondern sie tut umgekehrt alles in ihren Macht Stehende, arabische Palästinenser, 

die sich am Krieg nicht beteiligen, vor Schaden zu bewahren. Sie handelt nicht nur nicht un- 

verhältnismäßig, sondern nicht einmal verhältnismäßig. Sie handelt in hohem Maße weit 

unterverhältnismäßig – orientiert an der Mindestmoral, den Kriegsgegner nicht anders zu be- 

handeln, als man selbst von ihm behandelt werden möchte, obwohl den israelischen Soldaten 

klar ist, dass die minima moralia bei den Gotteskriegern, die die Endlösung und den totalen 

Sieg und Krieg wollen, keine Geltung haben. Rund 900 Tote nach einem achtzehntätigen, mit 

erbitterter Härte geführten Krieg im dicht besiedelten Gaza – diese Zahl allein schon ist ein 

klarer Beleg für die Demagogie und Hasspropaganda hierzulande, die von Massakern, 

Massenmord, Völkermord und, wie ein römischen Kurienkardinal kürzlich, von einem neuen 

Auschwitz spricht, das die Juden in Gaza anrichten. Würden Nazischergen gegen Juden mit 

demselben Waffenpotential Krieg führen, die Zahl der getöteten Juden wäre um mindestens 

das Hundertfache oder Vielfache des Hundertfachen höher.

 

 

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